About Finstere Schülermemoiren
Der Ich-Erzähler lässt hier den Leser in eine bis zwei Generationen zurückliegende Gymnasiastenexistenz eintauchen - einerseits in eine sehr besondere Konstellation, denn der Ich-Erzähler hat offensichtlich eine Spezialbegabung im Darstellen komplexer naturwissenschaftlicher und metaphysischer Zusammenhänge; andererseits werden nicht nur seine Zeitgenossen viele typische Situationen wiedererkennen, die das Potential haben, Traumata zu bewirken. Der Text beginnt mit durchaus plausiblen Schilderungen von Charakteren und Ereignissen, um dann in zunehmend groteske Szenarios überzugehen, teils sarkastisch-humoristisch, teils bis hin zu kafkaesken Dimensionen. Der Ich-Erzähler erlebt Albträume durch äußere Situationen, die gleichsam entarten, und durch Einwirkungen anderer Menschen, aber er und seine Mitschüler werden ihrerseits zum Albtraum für bestimmte Lehrer, und nicht selten reitet sich der Erzähler selbst durch mangelndes oder ausfallendes Bewusstsein in absurde und verfahrene Situationen. Mit fortschreitender Erzählung verwischen sich die Grenzen zwischen Realität und abgründig-traumhaftem Erleben - aber vielleicht auch nur zwischen verschiedenen Dimensionen der Realität ...
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